Was wissen Google und Apple über mich?

Damit wir uns nicht falsch verstehen – ich bin auch begeisterter Nutzer von Apple und Google und deren Produkten. Wie selbstverständlich legen heutzutage Nutzer Accounts bei diesen Firmen an und nutzen diese täglich. Jedem ist zumindest bekannt, dass die Firmen Interesse daran haben, Nutzerdaten aufzuzeichnen bzw. zu speichern. Viele Daten werden auch dazu verwendet, um die Funktionalität von Programmen aufrechtzuerhalten bzw. die angebotenen Dienste zu verbessern.  Natürlich lässt sich mit diesen Daten auch Geld verdienen, was unschwer am Beispiel von Google zu erkennen ist.

Der Begriff des „gläsernen Nutzers“ ist fast jedem ein Begriff. Vielen Internet-Usern ist aber trotzdem nicht bewusst, welchen Spuren sie heutzutage im Internet hinterlassen.

Für viele Anwender wird es immer schwerer zu überblicken, was aufgezeichnet wird und welche Daten wie verwendet werden. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich sehr erstaunt darüber war, was in meinem Account bei Google alles aufgezeichnet und über Monate hinweg gespeichert war.  Der Dienst hatte die Browserverläufe, die Suchhistorie, die genutzten Geräte, die Profildaten, Sprachnachrichten und Standorte aufgezeichnet.

Klar ist alles in den Nutzerbestimmungen von Google und Co. festgelegt. Sie stimmen ausdrücklich der Nutzung der Daten zu, wenn Sie sich für diesen Dienst entscheiden.

Ich lege jedem Leser aber trotzdem ans Herz, diese Daten mal einzusehen. Vielleicht fassen Sie ja auch den Entschluss, diese Daten zu löschen bzw. die Sammelwut einzudämmen.

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie Sie die gespeicherten Daten bei Apple und Google einsehen und ggf. löschen.

Was weiß Google über Sie?

Über folgenden Link gelangen Sie in „Meine Aktivitäten“. Sie müssen sich ggf. an Ihrem Google Konto anmelden:

https://myactivity.google.com/myactivity

Nun können Sie, geordnet nach Tagen, die gespeicherten Einträge für die Kategorien Suche, Voice&Audio, Maps, Google Play Store, Youtube und Google Play &Filme einsehen.

 

Am meisten hat mich dabei irritiert, dass auch die Sprachbedienung „Ok Google“ aufgezeichnet und gespeichert wird. Die Sprachaufzeichnungen lassen sich mit Klick auf „Wiedergeben“ nochmals anhören.  Dabei fällt auf, dass auch alle Hintergrundgeräusche (z.B. Bahnhof, Flughafen und Kneipe) zu hören sind.

Google hat die Nutzung unserer personenbezogenen Daten perfektioniert und reicht diese auch gern zu Werbezwecken weiter. Ob dies auch bei Ihnen der Fall ist, sehen Sie über folgenden Link:

https://www.google.com/ads/preferences/

Mein Hobby hatte Google schnell raus. 🙁

Dabei weiß Google genau, wann und wo Sie sich aufgehalten haben:

https://maps.google.com/locationhistory

Google weiß, mit welchen Geräten Sie angemeldet sind:

https://security.google.com/settings/security/activity

Google ist auch bekannt, ob Sie ein Google-Konto nutzen, um sich auf anderen Webseiten anzumelden.

https://security.google.com/settings/security/permissions

Kopie Ihrer Daten von Google herunterladen

Wer gern prüfen möchte, welche Daten Google bisher gesammelt hat, der klickt auf folgenden Link. Hier öffnet sich ein Archiv mit Daten, die Sie dann bequem herunterladen können.

https://www.google.com/takeout

 

Google-Daten löschen

Nach den von mir gemachten Erfahrungen mit der Sammelwut von Google, gehe ich davon aus, dass Sie nach Sichtung Ihrer Daten auch die Absicht haben, diese zu löschen. Klicken Sie dazu im Bereich „Meine Aktivitäten“ auf „Aktivitäten löschen nach“ und wählen dann im Menü „Gesamt bisher“ und dann „Löschen“ aus.

Wer aber glaubt, dass tatsächlich alle Daten damit gelöscht sind, den muss ich leider enttäuschen. Hier werden nur Browserverläufe, Suchanfragen u.a bereinigt. Wer z.B. auch die Standortdaten löschen möchte, der muss dies separat durchführen.

Leider lassen sich nicht alle Standortdaten auf einmal löschen. Im Moment ist dies nur tageweise vorgesehen, was ich sehr anstößig finde. Um einzelne Tage zu löschen, wählt man diesen in der Zeitachse aus und kann sie dann mit Klick auf dem Papierkorb löschen.

 

Google Sammelwut eindämmen

Wer Google darin hindern möchte diese große Anzahl von persönlichen Daten aufzuzeichnen, der kann dies in den „Aktivitätseinstellungen“ unter folgendem Link tun.

https://myaccount.google.com/activitycontrols

Bei vielen Einstellungen weist Google aber darauf hin, dass  nun die Dienste unter Umständen eingeschränkt  bzw. nicht mehr nutzbar sind.  In diesem Beispiel  lässt sich z.B. die Sprachsuche nicht mehr nutzen.

 

Fazit

Sie können selbst entscheiden, was Sie von sich preisgeben. Die Einstellungen sind standartmäßig auf die Sammelwut von Google ausgerichtet. Es liegt an Ihnen, wie Sie die Sicherheitseinstellungen vornehmen und welche Daten Sie löschen.

Mir ist auf jeden Fall klar geworden, dass dies nicht mit einem Mausklick getan ist. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum sich so viele Internet Nutzer gar nicht mit dem Thema beschäftigen.

 

Was weiß Apple über Sie?

Um an Ihre bei Apple gespeicherten Daten zu gelangen, müssen Sie einen anderen Weg beschreiten, der auf den ersten Blick etwas umständlich erscheint.  Dazu gelangen Sie über folgenden Link auf die Seite „Daten und Datenschutz“. Sie müssen sich ggf. mit Ihrer Apple-ID anmelden:

https://privacy.apple.com

Hier können Sie eine Kopie der Daten anfordern, die dann nach einigen Tagen, für Sie aufbereitet, zum Download bereitstehen.

In meinem Fall hat es genau vier Tage gedauert, bis ich folgende E-Mail vom Apple-Support erhielt.  Nun hatte ich 2 Wochen Zeit, um die Daten abzurufen.

Im Gegensatz zu meinen Erfahrungen mit Google, haben mich, die bei Apple gespeicherten Daten, nicht besonders überrascht. Sie beinhalteten Informationen zum eigenen Account, meinen iTunes-Aktivitäten und Reparatur-Details.

Fazit:

Auch die bei Apple gespeicherten Daten sind einen Blick Wert.  Man sieht ihnen aber schnell an, dass hier nur das Nötigste aufgezeichnet wird.

Wenn man es genau nimmt, habe ich auch Äpfel bin Birnen vergleichen. Im Gegensatz zu Google verdient Apple kein Geld mit den persönlichen Daten seiner Nutzer. Hier setzt man eher auf den Verkauf von, zugegeben manchmal überteuerter, Hard- und Software.

 

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